Sexy USA Detail

„sexy USA“ – die Werte unserer westlichen Gesellschaft

Oft werde ich bei Ausstellungen angesprochen, was ich mit diesem Bild eigentlich sagen will. Nun, eigentlich vertrete ich ja die Ansicht, dass der Kunstbetrachter, seinen Erfahrungshorizont selbst auf das Gemälde projizieren soll, um eine Interpretation des Abgebildeten für sich zu entwickeln. Aber vielleicht werde ich trotzdem mal ein paar Worte dazu los.

Sexy USA im Seitenprofil

Das Gemälde „sexy USA“ im Seitenprofil von links aufgenommen.

 

Abgebildet sieht man einen auf den ersten Blick betrachtet schönen Sunnyboy – zumindest, wenn man sich auf das Gesicht konzentriert – der sich im Schein seiner vermeintichen Ausstrahlung räkelt. Schenkt man dem Körper eine nähere Betrachtung, erkennt man, dass dieses Wesen aus allen Poren Gestank und Ausdünstungen absondert. Der Körper aufgebläht vom Dauerkonsum lebensunfreundlicher Füllersatzstoffe unserer westlichen Kultur. Der Mensch befindet sich ganz weit weg von seinen natürlichen Wurzeln und hat um sich herum eine Scheinwelt herangezogen, die aus biologischer Sicht, eine höchst unnatürliche, ja lebensfeindliche Umgebung für ein natürliches Lebewesen darstellt. Dennoch schafft es der Mensch, sich in diesen Müllbergen – im Dreck und Abfall seiner eigenen Überproduktion – wohlzufühlen und zu organisieren. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, sich selbst  mit materiellen Gegenständen einzukleiden, zu dekorieren und aufzuwerten.

Die Frau, die mit sichtbarem Genuss den abgesonderten Gestank des jungen Mannes in sich aufsaugt, macht deutlich, dass es dem Menschen an sich nicht möglich ist, zu erkennen wie weit er sich von seinem eigentlichen Naturzustand entfernt hat. Im Gegenteil, wir sind in der Lage diese Entwicklung um uns herum auch noch als Genuss wahrzunehmen und haben aus unserer materiell ausgerichteten Kultur einen regelrechten Fetisch entwickelt – eine Vergötterung des Materialismus.

Die abartige Seite dieses menschlichen Treibens darzustellen, die Triebhaftigkeit und Sinnlosigkeit, war meine Intention. Bedient habe ich mich dabei der urbanen Stilrichtung der Graffitikunst – jedoch in meinem Fall nicht gesprüht, sondern als Ölgemälde gemalt.

Eine ausführliche Bildergallerie zum Gemälde gibt es hier.

Das Gemälde, sofern noch nicht verkaut, können Sie hier erwerben.

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