Verpackung Kunst

Verpackungskunst?

Wie verpackt und verschickt man eigentlich Kunst? Naja, eine Universallösung gibt es hier leider nicht; schon gar nicht, wenn man auf Speditionen und normale Transportunternehmen zurückgreifen muss, weil sich der kostenintensive Transport durch durch auf Kunstobjekte spezialisierte Speditionen für Kunst im Niedrigpreissegment kaum rentiert.

Verpackung Kunst

Deckel und Boden werden fest miteinander verschraubt

Da man ja trotzdem will, dass seine Werke während des Transportes nicht zu Schaden kommen und auch der Versicherungsfall bei dieser Art Güter eine heikle Sache ist, baut man sich am besten ein eigenes Holzgerüst. Gerade bei meinen großformatigen Arbeiten mache ich mir gern diese Arbeit. Denn normale Speditionen schließen in ihren AGBs meistens den Transport von Unikaten und Gemälde aus bzw. den Versicherungsschutz dieser.

Da hat man dann ein beschädigtes Kunstwerk und bleibt allein auf dem Schaden sitzen, sobald das Transportunternehmen in der Schadensregulierung davon Wind bekommt, was da eigentlich verschickt worden ist.

Verpackung Kunst

Jetzt lässt sich das Werk problemlos seitlich aufstellen, nichts verrutscht!

Da man ja weiß, wie unterbezahlte und überlastete Zusteller mit den Paketen so umgehen, bleibt eigentlich nur eine Lösung: Das Werk so sicher, wie es nur geht, zu verpacken. So dass es Stürze und Stöße unbeschadet überleben kann. Für mich hat sich hier die Anfertigung eines individuellen Holzgerüstes als bewährte Methode bewiesen.

Zuerst schneide ich mir Leisten im Format des Bildes zurecht, die ich mir auf meinem Arbeitstisch zurechtlege und verschraube. Den „Deckel“ und den „Boden“ mache ich gleichzeitig. Danach wird der „Deckel“ vom Tisch genommen und das in Lustpolsterfolie und Karton eingeschlagene Werk wird auf den „Boden“ gelegt. Hiernach kommt der „Deckel“ wieder drauf. Die Ecken polstere ich noch einmal mit Luftpolsterfolie aus, denn danach werden „Deckel“ und „Boden“ leicht zusammengedrückt, um mit kurzen abgemessenen Leisten „Deckel“ und „Boden“ miteinander zu verschrauben. Die kurzen Leisten werden erst dann zurechtgesägt wenn ich genau abmessen kann, welche Länge ich benötige. Auf diese Weise sitzt das Innenleben des Holzgerüstes passgenau und fest. Nichts rutscht, klappert oder schleift. Die kurzen Leisten bringe ich nun ringsum mit Holzschrauben an und verschraube sie fest.

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Karton wird noch einmal außen am Holzgerüst festgetackert

Fast fertig. Nun wird die ganze Sache noch einmal in Karton eingeschlagen. Den Karton schneide ich zurecht und tackere ihn mit einem Handtacker am Holzgerüst fest. Ist diese Arbeit erledigt, kommt ringsum den Karton noch einmal Stretchfolie und rotes Warnklebeband.

Alles in allem kann man, je nach Größe des Werkes 1-2 Stunden für diese Verpackungsweise einkalkulieren. Aber die Verpackung lohnt sich wirklich, gerade wenn man Werke ins Ausland verschicken will. Meine Kunden jedenfalls sind jedesmal begeistert, wenn sie ihr „Paket“ bekommen. Zum Auspacken wird ein Akkuschrauber mit Torx-Bit benötigt, um das Holzgerüst wieder auseinanderzuschrauben, was aber bis heute noch kein Problem für meine Kundschaft war.

Verpackung Kunst

danach noch Stretchfolie und Warnklebeband – et voilà – das Kunstpaket ist fertig für den Abtransport

Natürlich braucht man für diese Art der Verpackung etwas Werkzeug und handwerkliches Geschick. Ein Kapp- und Gehrungssäge und ein Akkuschrauber wären schon ideal, ansonsten wird es sicherlich zur Qual, wenn man alles per Hand zusägen und verschrauben will.

 

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