Picasso Portrait

Was würde Picasso dazu sagen?

Was würde Picasso eigentlich dazu sagen, wenn er in unserer Zeit leben würde? Wie würde er über den Kunstmarkt urteilen; über die Prostitution im Kunstgewerbe, der allgemeinen Verwirtschaftlichung des Kunstbetriebes? Er würde die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, denkst Du?

Weit gefehlt. Picasso wird nachgesagt, dass einer seiner Lieblingsbeschäftigungen war, abends gemütlich im Lehnstuhl sitzend, sein Geld zu zählen. Denn Picasso war einer der wenigen Künstler, die sich schon zu Lebzeiten des künstlerischen Ruhms erfreuen durften. Und mit einer Gesamtzahl von ca. 20.000 Werken kann man ihn auch als einen ziemlich umtriebigen Zeitgenossen bezeichnen. Sein Kunsthändler Kahrweiler sorgte indes geschickt dafür, dass seine Werke in wohl dosierten Mengen auf dem Markt erschienen, so dass das Spiel von Angebot und Nachfrage den Wert seiner Arbeiten nicht negativ beeinflussen konnte.

Auch Dürer war ein umtriebiger Zeitgenosse, der erfolgreich mit seinen Stichen handelte, zahlreiche Lehrlinge und Gesellen in seiner Meisterwerkstatt beschäftigte. Diese – für damalige Verhältnisse – Form der Massenproduktion erlaubte es ihm, seinen Erben einen ansehnlichen Nachlass zu hinterlassen.

Die Liste von bekannten Künstlern, die ihre Werke zu Markte getragen haben und vor einer kommerziellen Verwertung nicht zurückgeschreckt sind, lässt sich noch um einige Namen erweitern. Selbst aus Michelangelos Briefverkehr lässt sich herauslesen, dass sich bei ihm Vieles ausschließlich um den Geldmangel und die Auftragsbeschaffung gedreht hat.

Vor diesem Hintergrund ist mein etwas verschrobenes abstrahiertes Portrait von Picasso entstanden. Das Bild, was wir von ihm zu haben glauben, ist eben ein Zerrbild unserer Idealvorstellung von einem Künstler. Das Gemälde befindet sich in Privatbesitz und ist leider nicht mehr bei mir zu erwerben.

 

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